Als einer der größten Netto-Importeure von natürlichen Ressourcen pro Kopf ist Europa und somit auch Österreich verantwortlich für die Zerstörung der Umwelt und die negativen Auswirkungen auf Menschen in den Ländern, in denen die Rohstoffe bezogen werden. „Dadurch, dass wir einen Großteil dieser Rohstoffe importieren, exportieren wir die mit der Gewinnung einhergehenden Umweltprobleme“, sagt Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000.

Die von der Umweltschutzorganisation heute veröffentlichte Studie „Weniger ist mehr“ befasst sich mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Gewinnung, Nutzung und Entsorgung von drei stark genutzten Rohstoffen: Lithium, Aluminium und Baumwolle. Viele der Rohstoffe müssten gar nicht neu produziert oder abgebaut werden – Wiederverwertung und Recycling bergen sehr hohes Einsparpotential. Die Studie zeigt jedoch, dass das Potential der Rohstoffwiederverwertung bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. „Ein effizenteres europaweites Recycling-System würde nicht nur der Umwelt, sondern auch Europa als Staatenverbund selbst helfen“, erklärt Kernegger: „Innerhalb der EU könnten gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen und globale Ressourcen geschützt werden.“ 

Besonders Aluminium hat hervorragende Sammel-, Recycling- und Wiederverwendungsmöglichkeiten. Es kann quasi zu 100 Prozent wiederverwertet werden, ohne seine charakteristischen Eigenschaften zu verlieren. „In Österreich werden beispielsweise 65% der Dosen recycelt. Das ist erfreulich, allerdings sollten bei einem Rohstoff ,der sich so dankbar recyceln lässt, eine weit höhere Rate angestrebt werden. Dass das möglich ist, zeigen Belgien, Luxemburg und die Schweiz eindrucksvoll mit einer Dosenrecyclingquote von über 90 Prozent“, sagt Kernegger.

Die ÖsterreicherInnen produzieren im Durchschnitt 591 kg Hausmüll pro Person. Damit liegt das Land über dem Europäischen Durchschnitt, der bei 502 kg pro Person liegt. Bei der Recyclingrate des Hausmülls liegt Österreich zwar über dem Europäischen Durchschnitt, nimmt aber keine Spitzenposition ein. Lisa Kernegger erklärt: „Unser verschwenderisches Konsumverhalten muss dringend eingedämmt werden. Dafür braucht es ganzheitliche Lösungen. Ein Ausbau der Recyclingsysteme würde nicht nur den produzierten Abfall reduzieren, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und Europas Abhängigkeit von importierten Rohstoffen reduzieren. Für ein nachhaltige Gesellschaft ist Abfallvermeidung sowie Recycling ein Muss.“ 

Bildquelle: Jürgen Nießen / pixelio.de
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